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BAFA – Förderung Querschnittstechnologien

Ein drastischer Rückgang von 2015 auf 2016

Abbildung 1 : BAFA Förderung

Nach Angaben der BAFA wurden in 2015  2.238 Energieberatungen beantragt. In 2016 waren es  2.266. Ein minimales Plus. Allerdings sind im gleichen Zeitraum die Antragszahlen für die Förderung von Einzelmaßnahmen im Bereich Querschnittstechnologien von 7.250 auf 2.710 gefallen, ein Minus von 62,62%. Bei den Optimierungen technischer Systeme (vormals Systemische Optimierung) fielen die Antragszahlen sogar um ganze -79,18% von 1.196 auf 249. An diesem Punkt ist ein deutlicher Zusammenhang mit dem Wegfall der Förderbarkeit von Umrüstungen auf hocheffiziente LED-Beleuchtung erkennbar.

 

Abbildung 2 : BAFA Förderung

Trotz eines dramatischen Einbruchs der Antragszahlen zeigt sich in den ausgezahlten Fördermitteln für Querschnittstechnologien bei den Einzelmaßnahmen nur ein leichter Rückgang um 15% von 40 auf 34 Millionen Euro. Bei den Optimierungen technischer Systeme steigt die Auszahlung sogar von 20 auf 29 Millionen Euro – gegenläufig der Antragszahl. Noch dramatischer ist allerdings die Tatsache, dass die 63 Millionen ausgezahlten Fördermittel, und somit 4 Millionen MEHR als in 2015, einem Rückgang der Endenergieeinsparung von 24,64% gegenüberstehen. Das sind -121,72 GWh pro Jahr.

 

Abbildung 3: BAFA Förderung

 

Fazit
Es ist Anlass zur Besorgnis, dass ein sehr erfolgreiches Förderprogramm, welches sich ausschließlich mit dem Anreiz von Investitionen in verbrauchsreduzierende Effizienzmaßnahmen befasst, und somit 1:1 die Bemühungen zur Dekarbonisierung fördert bei der Endenergieeinsparung um 24,64% einbricht.  Wenn dieser Rückgang dann auch noch teuer erkauft wird, ist  dringend eine Korrektur erforderlich.
Es gelingt den Verantwortlichen weder eine ausreichende Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu einer mit immerhin 80% geförderten Energieberatung zu bewegen (2014 waren es noch 6000 EnergieBeratung im Mittelstand (EBM), in den Jahren 2015 und 2016 zusammengenommen nur noch 4500). Noch können die erreichten und daraus angereizten Investitionen in verbrauchsreduzierende Maßnahmen mit der Anforderung um eine Erhöhung der Anstrengungen zur CO2-Einsparung Schritt halten. Im Gegenteil, h sie sind sogar erheblich rückläufig.
Hier ist dringend eine ehrliche und konstruktive Rückmeldung derjenigen Marktteilnehmer gefragt, die mit der Umsetzung dieser Fördermöglichkeiten beim Endkunden konfrontiert sind. Was sind die tatsächlichen Hemmnisse der Energiewende, welche Fehler wurden gemacht und vor allem wie gelingt eine Kehrtwende zum Thema Energieeffizienz? 99,3% der Unternehmen in Deutschland sind KMU. Die Energieeinsparmöglichkeiten bei Großunternehmen sind prozentual minimal im Verhältnis zu den Potentialen im Mittelstand. Es geht um die Wieder-Vereinfachung der Energieberatung, Ausschöpfen der einfachsten Einsparpotentiale wie bspw. LED und das Ausräumen von Hindernissen – aus der Praxis heraus – nicht nur aus der Theorie und nicht nur bei der Großindustrie.

Bernd Hesse / wattline GmbH / 12.06.2017


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