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Netzentgelte steigen in 2020

Drei von vier Übertragungsnetzbetreibern kündigen höhere Kosten an

Ruderting, 02. Oktober 2019.

Mit Beginn des kommenden Jahres erhöhen 50 Hertz, Transnet BW und Amprion ihre Netzentgelte. Lediglich bei Tennet bleiben die Gebühren für den Großteil der Verbraucher gleich. Betroffen sind davon alle, die Energie über die öffentlichen Netze beziehen. Dabei fällt die Kostensteigerung bundesweit unterschiedlich aus, da die vier Betreiber je für einen definierten Bereich für die Netze zuständig sind.

Um voraussichtlich 7 % steigen die Netzentgelte von 50 Hertz. Die Gründe liegen laut des für den Osten zuständigen Betreibers unter anderem bei den Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Vorhaltung von Reserveleistungen sowie in den hohen Investitionen in den Ausbau der Netze. Eben diese Investitionen führen aber auch laut Unternehmensangaben zu Einsparungen in Höhe von 100 Mio. Euro bei den Kosten für Redispatch und Einspeisemanagement. Mit der Folge, dass 50 Hertz gegenüber den anderen beiden Übertragungsnetzbetreibern die geringste Erhöhung in Aussicht stellt.

So kündigt Transnet BW für den westlichen Teil Süddeutschlands eine Erhöhung von rund 15 % an. Hier führt vor allem die Angleichung der Entgelte der vier Übertragungsnetzbetreiber zur Mehrbelastung. Weitere Kostentreiber sind Beschaffung von Systemdienstleistungen, die Vorhaltung für die Reserveleistung und ebenfalls Investitionen in den Netzausbau.

Im gleichen Rahmen erhöht auch Amprion für weite Teile des Westens und einen kleinen Teil des Südens die Gebühren: Zwischen 14,7 und 15,8 % sollen die Netzentgelt ab 2020 hier steigen. Der Betreiber verweist dabei auf die deutlich angestiegenen Preise bei der Regelleistung. “Insbesondere durch die Einführung der Kapazitätsreserve und Überführung weiterer Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft werden bei der Nutzung der Reservekraftwerke höhere Kosten erwartet”, heißt es hier weiter.

Höhere Netzentgelte kommen auf den östlichen Teil von Mittel- und Süddeutschlands sowie den nordwestlichen Teil Deutschlands lediglich auf Großunternehmen, die direkt bei an das Tennet-Netz angeschlossen sind, zu. “Wir arbeiten an Lösungen, um den Anstieg der netzstabilisierenden Maßnahmen zu begrenzen”, erklärte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. Das werde sich in Zukunft positiv auf die Entgelte auswirken, zeigte er sich überzeugt.



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