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Erneuerbare Energien Europaweit auf Wachstumskurs

Brüssel (energate) – Die erneuerbaren Energien wachsen auch in der europäischen Gesamtbetrachtung. Im ersten Halbjahr 2021 lag deren Anteil am Strommix bei 39 Prozent, wie aus aktuellen Erhebungen des britischen Thinktanks Ember hervorgeht. Gegenüber dem Vor-Corona-Niveau im Jahr 2019 steigt die Erzeugung aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse um 53 Mio. kWh an. Der Zuwachs entspricht einem Plus von 11,5 Prozentpunkten. Dennoch bleiben die erneuerbaren Energien hinter den Erwartungen zurück. “Die Fortschritte sind bei weitem nicht schnell genug, um das Emissionsziel der EU zu erreichen, geschweige denn, um bis 2035 100 Prozent sauberen Strom zu erzeugen”, sagt Charles Moore, Programmleiter von Ember. Stattdessen müsse sich die Zubaurate verdoppeln.

Nuklearenergie deckt 27 Prozent des Strombedarfs

Der europäischen Definition von “sauberer Energie” zufolge zählt auch Strom aus Atomkraft zu den sauberen Quellen. Die Erzeugung aus Nuklearenergie fiel europaweit um acht Prozent und machte im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 27 Prozent am Strommix aus. In Ländern wie Frankreich, Belgien und Ungarn deckt Atomstrom einen erheblichen Teil des Strombedarfs, zeigen die Ember-Zahlen. In der EU macht der “saubere Strom” zwei Drittel der Gesamterzeugung aus.

Anteil von Kohlestrom im H1 2021 bei 14 Prozent

Aus der Stromnachfrage lässt sich auch ein Ende der wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Coronapandemie ablesen. Der Strombedarf erreicht ein ähnliches Niveau wie im ersten Halbjahr 2019 und liegt zugleich um sechs Prozent höher als im ersten Halbjahr 2020. In dem Zuge ist auch die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern wieder gestiegen – allerdings nicht so stark wie die Nachfrage. Im Vergleich zum Vor-Pandemieniveau geht deren Erzeugung um zehn Prozent zurück. Am meisten schrumpften die fossilen Energieträger in Spanien, Italien, Deutschland und den Niederlanden. Größtenteils betrifft dieser Rückgang die Kohleverstromung. Während ihr Anteil im ersten Halbjahr 2019 noch bei 16 Prozent lag, macht diese zuletzt 14 Prozent an der Stromerzeugung aus.

Schwacher Wind schlägt sich in der Grünstrombilanz nieder

Der deutsche Strommix setzte sich im ersten Halbjahr 2021 zu 48 Prozent aus erneuerbaren Energien zusammen (energate berichtete). Insbesondere der schwache Wind im ersten Quartal machte sich in der gegenüber dem Vorjahr schlechteren Bilanz bemerkbar. Ein ähnlicher Effekt trübte auch die gesamteuropäischen Windstromzahlen. Obwohl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sechs Prozent mehr Kapazität installiert war, ging die Stromerzeugung aus Wind zurück. /kj

 

Während die erneuerbaren Energien zulegen, gehen die fossilen Energieträger im EU-Durchschnitt zurück. (Foto: Pixabay)

Während die erneuerbaren Energien zulegen, gehen die fossilen Energieträger im EU-Durchschnitt zurück. (Foto: Pixabay)

 

Quelle: www.energate-messenger.de


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