Stromkosten 2026: berechnen und senken für KMU
Kurz und knapp
Wie hoch sind die Stromkosten? Der durchschnittliche Strompreis für Gewerbe liegt 2026 bei rund 27 ct/kWh und damit über dem Industriepreis von 16 ct/kWh, aber unter dem Haushaltspreis von 37 ct/kWh.
Wie können Sie Stromkosten berechnen? Stromkosten berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Ihr Verbrauch in kWh × Arbeitspreis + Grundpreis. So finden Sie heraus, wie viel Sie Strom im Monat kostet.
Wie können KMU Stromkosten senken? Eine professionelle Energiebeschaffung – etwa über eine Einkaufsgemeinschaft – verschafft Zugang zu Preisen, die sonst nur Großkunden erhalten.
Stromkosten gehören in den meisten Unternehmen zu den größten laufenden Ausgaben. Gleichzeitig zahlen kleine und mittlere Unternehmen oft mehr pro Kilowattstunde als nötig. Dieser Ratgeber zeigt, was Strom 2026 kostet, wie Sie Ihre Stromkosten berechnen und welche Hebel KMU haben, um dauerhaft weniger zu zahlen.
Wie hoch sind die Stromkosten 2026?
Die Stromkosten liegen 2026 für KMU bei rund 27 ct/kWh.
Die Strompreise in Deutschland sind 2026 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Hauptgründe dafür sind der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten in Höhe von 6,5 Milliarden Euro und gesunkene Beschaffungskosten am Großhandelsmarkt.
Wie hoch sind die Stromkosten in verschiedenen Branchen?
Die monatlichen Stromkosten hängen vom Verbrauchsprofil Ihres Unternehmens ab. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für typische Gewerbebetriebe auf Basis eines durchschnittlichen Arbeitspreises von 27 ct/kWh:
Gewerbestrom-Report 2026
In unserem Gewerbestrom-Report 2026 vergleichen wir die Stromkosten von 12 verschiedenen Branchen und allen 16 Bundesländern Deutschlands. Erfahren Sie in unserem ausführlichen Bericht, wie sich der Stromverbrauch verschiedener KMU je nach Bundesland unterscheidet und wo KMU die höchsten Stromkosten zahlen.

Stromkosten berechnen: so geht’s
Um Ihre Stromkosten zu berechnen, benötigen Sie zwei Angaben aus Ihrem Stromvertrag: den Arbeitspreis (Preis pro verbrauchte kWh) und den Grundpreis (monatliche Pauschale, unabhängig vom Verbrauch). Die Grundformel lautet:
Stromkosten = Verbrauch (kWh) × Arbeitspreis (€/kWh) + Grundpreis (€)
Den Verbrauch einzelner Geräte ermitteln Sie mit folgender Rechnung:
Geräteleistung (Watt) × Nutzungsdauer (Stunden) ÷ 1.000 = Verbrauch in kWh
Rechenbeispiel: Wie viel kostet Strom im Monat?
Das folgende Beispiel zeigt die Berechnung der monatlichen Stromkosten in einer Bäckerei für einen mittelgroßen Bäckereiofen:
Gerät: Bäckereiofen mit 10.000 Watt Leistung
Nutzungsdauer: 10 Stunden pro Tag, 30 Tage im Monat
Monatlicher Verbrauch: 10.000 W × 10 h × 30 Tage ÷ 1.000 = 3.000 kWh
Grundpreis (Beispiel): 25 €/Monat
Monatliche Stromkosten (nur Ofen): 3.000 kWh × 0,27 €/kWh + 25 € = 835 €
Diese Rechnung können Sie für jedes strombetriebene Gerät in Ihrem Betrieb durchführen. So identifizieren Sie, welche Geräte die höchsten Kosten verursachen und wo Einsparpotenzial besteht.
Gesamte monatliche Stromkosten für diesen Betrieb: Summe des Verbrauchs aller Geräte × Arbeitspreis + Grundpreis
Wie entwickeln sich die Stromkosten?
Nach den extremen Preisanstiegen der Energiekrise im Herbst 2022 haben sich die Strompreise bis 2026 wieder entspannt. Gleichzeitig bleiben die Märkte durch geopolitische Risiken allerdings volatil, wodurch die Stromkosten innerhalb kurzer Zeit auch wieder stark ansteigen können. Für Unternehmen bedeutet das: Wer 2026 einen neuen Vertrag abschließt, kann von den aktuell niedrigeren Preisen profitieren.
Wie haben sich die Stromkosten für Gewerbe entwickelt?
Die Preise für Gewerbekunden sind gegenüber dem Vorjahr um rund 6 % gesunken.
Wie haben sich die Stromkosten für die Industrie entwickelt?
Für Industriekunden sind die Stromkosten im Jahr 2026 um rund 12 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Warum haben sich die Stromkosten wieder entspannt?
Wesentliche Treiber dieser Strompreisentwicklung sind:
der Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten,
gesunkene Großhandelspreise und
die dauerhafte Stromsteuerentlastung für das produzierende Gewerbe.
Langfristig prognostiziert das Bundesministerium für Wirtschaft einen moderaten Anstieg der Strompreise bis 2040.
Mehr Informationen zur aktuellen Strompreisentwicklung und Prognosen für Deutschland finden Sie in unserem Ratgeber: Strompreisentwicklung in Deutschland
Woraus setzen sich die Stromkosten zusammen?
Der Strompreis besteht aus drei Hauptbestandteilen:
den Kosten für Beschaffung und Vertrieb,
den Netzentgelten sowie
staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen.
Bei Haushaltskunden machen Beschaffung und Vertrieb 2026 rund 41 % des Gesamtpreises aus, Netzentgelte etwa 25 % und Steuern, Abgaben und Umlagen rund 34 %.
Wie sich der Strompreis im Detail zusammensetzt und welche Umlagen 2026 gelten, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber: Die aktuelle Strompreiszusammensetzung
Was tun, wenn die Stromkosten zu hoch sind?
Hohe Stromkosten resultieren häufig aus einem besonders hohen Stromverbrauch in Kombination mit einem teuren Stromtarif. In beiden Fällen haben Sie die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun, zum Beispiel, indem Sie:
Ihren Stromverbrauch optimieren,
Ihre Beschaffungsstrategie überprüfen,
Tarife vergleichen und den Stromanbieter wechseln oder
Einkaufsgemeinschaften nutzen.
Je nach Branche können Sie eine oder mehrere dieser Strategien nutzen, um Ihre Stromkosten langfristig zu senken.
1. Optimieren Sie Ihren Stromverbrauch
Der direkteste Weg zu niedrigeren Stromkosten ist die Reduktion des Verbrauchs. In nahezu jedem Betrieb gibt es Einsparpotenzial: von der Umstellung auf LED-Beleuchtung über effizientere Maschinen bis hin zur Optimierung von Lüftungs- und Kühlanlagen.
Einen umfassenden Überblick über mögliche Energiesparmaßnahmen im Betrieb gibt unser Ratgeber: Energiesparen im Unternehmen
Wenn Sie die Möglichkeit haben, den Großteil Ihres Stromverbrauchs flexibel in Zeiten zu verschieben, in denen Strom weniger kostet (z. B. am Wochenende oder in der Nacht), können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch flexible Stromtarife für Sie lohnen.
2. Prüfen Sie Ihre Strategie zur Energiebeschaffung
Neben dem reinen Verbrauch bestimmt die Beschaffungsstrategie, wie viel Sie pro kWh zahlen. Entscheidend sind der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, die Wahl des Versorgers und die Vertragslaufzeit.
KMU stehen hier vor einer besonderen Herausforderung: Der Energiemarkt ist komplex, Preise ändern sich täglich und der ideale Zeitpunkt für einen Vertragsabschluss erfordert kontinuierliche Marktbeobachtung. Wie Sie Ihren Energieeinkauf professionell aufstellen, erklären wir im Ratgeber: Energiebeschaffung für Unternehmen

3. Vergleichen Sie Tarife und wechseln Sie Ihren Stromanbieter
Wenn Sie einen bestehenden Altvertrag haben, lohnt sich ein Preisvergleich. Neukundenverträge sind häufig deutlich günstiger als Tarife für Bestandskunden. Bei einem Wechsel sollten Sie nicht nur auf den Arbeitspreis achten, sondern auch den Grundpreis, Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen genau prüfen.
Die Faustregel: Bei hohem Verbrauch lohnt sich ein Tarif mit niedrigem Arbeitspreis und einem höheren Grundpreis. Bei niedrigerem Verbrauch ist ein geringer Grundpreis wichtiger. Worauf Sie beim Wechsel achten sollten und wie der Prozess abläuft, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Stromanbieter wechseln
4. Nutzen Sie die Vorteile einer Energie-Einkaufsgemeinschaft
Wenn Sie für ständige Vergleiche und Vertragswechsel keine Zeit und Ressourcen haben, schließen Sie sich einer Energie-Einkaufsgemeinschaft wie wattline an.
Bei wattline bündeln wir ein Energievolumen von mehr als 7 Mrd. kWh unserer über 29.000 Mitglieder. So erhalten wir eine Einkaufsmacht, die sonst nur Großkunden haben. Zudem können Sie sich bei wattline für die Beschaffungsstrategie entscheiden, die zu Ihrem Unternehmen passt:
Einkaufsgemeinschaft fix: wettbewerbsfähige Preise mit maximaler Planungssicherheit
Einkaufsgemeinschaft dynamIQ: von Marktchancen profitieren ohne Spotmarkt-Risiko
Innerhalb beider Modelle übernimmt wattline u. a. das Vertragsmanagement, damit Sie weniger administrativen Aufwand haben und sich auf das Wesentliche konzentrieren können: Ihr Kerngeschäft.
Profitieren Sie von dauerhaft besseren Energiepreisen durch die stärkste unabhängige Einkaufsgemeinschaft in Deutschland und Österreich.

Fazit: Stromkosten berechnen und gezielt optimieren
Stromkosten sind für KMU ein relevanter und beeinflussbarer Kostenfaktor. Der erste Schritt ist Transparenz: Berechnen Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch und vergleichen Sie Ihren aktuellen Tarif mit den Marktpreisen für 2026.
Anschließend stehen Ihnen mehrere Hebel zur Verfügung:
Verbrauch reduzieren,
Beschaffungsstrategie anpassen,
Anbieter wechseln
oder eine Einkaufsgemeinschaft nutzen.
Welche Kombination für Ihr Unternehmen die größte Wirkung hat, hängt von Ihrer Branche, Ihrem Verbrauchsprofil und Ihrer aktuellen Vertragssituation ab. Ein guter Ausgangspunkt ist der wattline Ersparnisrechner, der Ihnen Ihr individuelles Einsparpotenzial zeigt.
Ihr Sparpotenzial
Verschaffen Sie sich Zugang zu einer professionellen Energiebeschaffung mit Konditionen, wie sie sonst nur Großkunden erhalten.

Häufige Fragen zu Stromkosten
Was kostet eine Kilowattstunde (kwH) Strom?
Ein Gewerbekunde zahlt im Jahr 2026 im Durchschnitt rund 27 ct/kWh Strom. Bei Haushalten sind es 37 ct/kWh, bei Industriekunden nur 16 ct/kWh. Der individuelle Preis hängt stark vom Tarif und dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.
Was kostet eine Wattstunde?
Bei einem Strompreis von 27 ct/kWh kostet eine Wattstunde 0,027 Cent. Dieser Wert spielt in der Praxis keine Rolle, da Stromrechnungen immer in kWh abgerechnet werden. Eine Wattstunde ist das Tausendstel einer Kilowattstunde.
Sind Stromkosten für Unternehmen steuerlich absetzbar?
Zum Teil können Unternehmen ihre Stromkosten rückerstattet bekommen. Unternehmen können die Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen als Vorsteuer geltend machen. Betriebe des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft können zusätzlich eine Stromsteuerentlastung auf den EU-Mindeststeuersatz von 0,05 ct/kWh beantragen (statt regulär 2,05 ct/kWh).
Wie oft sollten Unternehmen ihren Stromvertrag prüfen?
Idealerweise beobachten Sie den Energiemarkt laufend, denn der beste Zeitpunkt für einen neuen Vertragsabschluss hängt von der aktuellen Marktlage ab. Sie können einen neuen Vertrag bereits Jahre im Voraus abschließen, um von günstigen Preisen zu profitieren. Wer im täglichen Geschäft keine Möglichkeit für die kontinuierliche Marktbeobachtung hat, für den übernimmt die Einkaufsgemeinschaft fix diese Aufgabe.

